Tante Waltrauds Biedermeierstuhl mit rosa Stoffbezug
Er ist ein bißchen zu niedrig für unsere Tische, aber so schön!

Tante Waltrauds Biedermeierstuhl mit rosa Stoffbezug
Er ist ein bißchen zu niedrig für unsere Tische, aber so schön!

G`schichten vom Glück
STUDIO-MAGAZIN – von Birgit Kiennast
# 5 - Anne Frank
Was hat Anne Frank mit meinen "100 Bildern des kleinen Glücks" zu tun, fragst du dich vielleicht. Ist ihre Geschichte nicht das genaue Gegenteil? Ich habe ihr berühmtes Tagebuch nie gelesen. Unzählige Male hab ich es mir vorgenommen, und dann doch nicht geschafft. Heuer jährt sich ihr Todestag zum 80. Mal. In den unterschiedlichsten Medien begegnet sie mir und zieht mich schließlich doch in ihren Bann. Ich erfahre, dass sie ein sehr besonderes Mädchen war - auch mit sehr besonderen Eltern. Ich bin berührt von der Erzählung über die unermüdlichen, vorausschauenden und von großer Liebe getragenen Anstrengungen des Vaters Otto Frank. Ich lerne Anne als waches, gescheites, witziges Mädchen kennen. Und ich staune über die immense Resilienz, die diese Menschen aufgebracht haben. Mit jeder neuen Situation haben sie sich bestmöglich arrangiert, immer wieder hoffnungsvoll auf das Positive geblickt - ganz besonders Anne. Und da begegnet es mir wieder - das kleine Glück. Als Anne ihr enges Hinterhof-Versteck als "sonderbare Pension" beschreibt, um den Einzug dort spannender zu machen, als sie ihrem Tagebuch den Namen "Kitty" gibt und sich damit eine imaginäre Freundin erfindet. Sie beklebt die Wände ihres engen Zimmers mit Bildern von Kunstwerken und Filmstars, hält für ihre Mitbewohner lustige Vorträge und - träumt von der Zukunft. Am 23. Februar 1944 schreibt sie: "Solange es das noch gibt, diesen strahlenden Himmel, und so lange ich das genießen kann, so lange kann ich nicht traurig sein.“ Zu wissen, wie die Geschichte ausgeht, ist unerträglich. Aber die Vorstellung, dass dem unfassbaren Bösen des 20. Jahrhunderts auch dieses zarte und echte Gute entgegentritt, macht Hoffnung. Ich denke mir:" So eine Kraft hat das kleine Glück!" und überlege, das Buch doch noch zu lesen.
Mehr lesen
STUDIO-MAGAZIN – von Birgit Kiennast
#1 - Schneeglöckerl
Die ersten, warmen Frühlingstage. Ich laufe durch den Wald. Die Luft ist noch frisch. Der Boden ist bedeckt mit den vor sich hin rottenden Blättern des Vorjahres. Dazwischen - erste grüne Spitzen und weiße Blüten. Ich schau mich um und entdecke ein Meer von Schneeglöckerl. Ganz vorsichtig pflücke ich drei, bring sie mit nach Hause und stelle sie auf unseren Tisch.
Mehr lesen
STUDIO-MAGAZIN – von Birgit Kiennast
#10 - Omas altes Zinn
Letzten Herbst kommt meine Schwiegermama vorbei. In ihren Armen eine große Schachtel - das alte Zinn der Großmutter. Ihr Blick ist zaghaft, sie ist unsicher, ob es eine gute Idee war, damit zu mir zu kommen. War es! Ich liebe alte Dinge. Die Patina, die ihnen zu eigen ist, fasziniert mich und bringt mich zum träumen. Gegenstände mit Geschichte haben für mich so viel mehr Ausstrahlung, als dieses seelenlose Zeug aus der Dekoabteilung im Möbelhaus. Gemeinsam nehmen wir es aus der Schachtel. Stück für Stück stellen wir es auf den Tisch. Wunderschöne Formen, der Zahn der Zeit deutlich zu erkennen. Wieviele Hände haben es wohl schon abgestaubt. Bei wievielen Momenten, große oder kleine, war es wohl schon stummer Zeuge? Etwas in mir sagt sofort Ja! Aber etwas auch ganz zart - Bist du dir sicher? Als wir vor 7 Jahren in unser Haus eingezogen sind, war da so viel Platz! Unsere alte Wohnung war halb so groß - genauso wie unsere Kinder. Aber streng nach dem Gesetz, dass sich vorhandener Platz auch füllt, hat sich auch unsere Haus stetig mit Zeug geflutet. Ich schaue also auf das Zinn und merke, dass alleine das Nachdenken darüber, wo es denn stehen könnte, mich schon anstrengt. Noch dazu erfüllt es nichtmal einen Zweck. Aus dem Krug kann man nicht trinken. Die Schale nicht mit Keksen belegen. Reine Ziergegenstände! Zum Glück ist meine Schwiegermama so, wie sie eben ist. Ich weiß ganz genau, dass sie es nicht persönlich nehmen wird, wenn ich ihr Angebot ablehne. Sie bräuchte es nicht einmal zu sagen, tut es aber trotzdem noch einmal. Ich stelle die Schachtel also in die Abstellkammer – mit dem vagen Vorsatz, bei Gelegenheit einen Platz dafür zu finden. Und dort steht sie dann und wartet auf diese vage nächste Gelegenheit. Tage vergehen, Wochen, Monate. Nicht nur, dass ich kein neues zu Hause dafür suche, nein, die Schachtel fängt auch an, mir auf die Nerven zu gehen, mir im Weg zu sein. Ich stelle sie von links nach rechts und wieder nach links. Schön langsam nagt es an mir. Ich hasse unerledigte Dinge. Als ich schließlich im Frühling die Abstellkammer aufräume, nehme ich kurzentschlossen das Telefon zur Hand und rufe meine Schwiegermama an:"Du, ich dank dir für das Zinn, aber ich glaube, es soll nicht sein!" Im größten Einverständnis holt meine Schwiegermutter die Schachtel wieder ab und ich bin einfach nur erleichtert - eine Kiste weniger! Bevor sie damit geht, schauen wir nochmal kurz hinein und ich muss zugeben: mir kommen Zweifel beim Anblick der wunderschönen Formen! Da denke ich an diese Rubrik und daran, dass ich es ja zumindest zeichnen könnte, um es in irgendeiner Form aufzubewahren - und das tue ich dann auch! Wie dankbar bin ich meiner Schwiegermama, dass sie uns immer wieder mit Stücken der Familienvergangenheit eine Freude machen will und damit das Band zwischen den Generationen eng verwebt. Und wie dankbar bin ich ihr, dass sie trotzdem uns die Entscheidung überlässt, ob es für uns auch das Richtige ist!
Mehr lesen
STUDIO-MAGAZIN – von Birgit Kiennast
#11 - Kaiserschmarrn
Es liegt eine umfassende Fehleinschätzung vor, zu glauben, Gerichte mit nur 3 Zutaten wären einfach zuzubereiten.Au contraire, mon frère! Schmerzhaft musste ich bereits des öfteren die Erfahrung machen, dass: je weniger, desto schwieriger. Vor allem, wenn man den Oma-Standard gewohnt ist, erscheint die eigene Kreation oft „nicht zu fressen“. Auch die Nachfrage bei der Großmeisterin führt oft zu wenig hilfreichem Input, „schmeißt sie doch selbst immer alles einfach irgendwie zusammen, rührt zweimal um und fertig ists“! Dass sie das aber schon seit 70 Jahren macht und ihr Körper dafür anscheinend schon so etwas wie ein Körpergedächtnis entwickelt hat, ist ihr vielleicht selbst gar nicht so bewusst und lässt sich auch nur schwer in reproduzierbaren Anleitungen ausdrücken. Demütig daran erinnert werde ich jedesmal, wenn ich versuche, einen annehmbaren Kaiserschmarrn auf den Tisch zu stellen. Kann ja echt nicht so schwer sein, oder? Ich meine: Eier, Milch, Mehl, … Sagen wir mal so - mittlerweile habe ich die kritische Masse an verunglückten Schmarrnversuchen anscheinend überwunden und der unterste Qualitätsstandard ist deutlich angestiegen (auf gut deutsch: ich musste schon länger keinen mehr wegschmeißen). Trotzdem ist es immer noch so, dass er an manchen Tagen wie von Zauberhand einfach traumhaft wird, an den meisten anderen würde ich ihn als absolutes Mittelmaß bezeichnen - und das ist schon schmeichelhaft. Mit Mittelmaß im Kaiserschmarrn-Game bin ich aber eh schon sehr zufrieden: ordentlich Zucker drauf und Apfelmus dazu - durchaus essbar! Ich erspare euch lieben Leserinnen und Lesern jetzt, das - angeblich - wohlgehütete Familienrezept zu offenbaren. Aber ein paar Tips habe ich schon. Sozusagen ein Best-Practice der absoluten Kaiserschmarrn No-Gos, für all jene, die diese Herausforderung annehmen möchten: - Ja, Schnee schlagen zahlt sich aus!- Nein, man kann nicht die ganze Masse bestehend aus 6 Eiern auf einmal in die Pfanne schmeißen.- Bitte kein Vollkornmehl! (Ich meine: du machst Kaiserschmarrn. Da kommts aufs Vollkorn auch nicht mehr an!)- Von sämtlichen Nebenbei-Tätigkeiten ist dringendst abzuraten also kein - „schon mal ein bißl abwaschen“ - Geschirrspüler ausräumen - Vokabel abprüfen - schon gar kein „kurz zur Waschmaschine“- Fett sparen - gerne, aber nicht bei diesem Gericht- Rosinen: niemals! Vielleicht gings meiner Großmutter irgendwann ja eh auch so wie mir und sie hats einfach schon vergessen (oder gibts nicht zu). Und vielleicht werde ich mit 70 auch soweit sein, den weltbesten Kaiserschmarrn auf den Tisch zu stellen und angeblich gar nicht wissen, wie mir das gelungen ist. Time - und meine Kinder - will tell!
Mehr lesen
Neue Bilder, limitierte Prints, Events - als erstes im Newsletter.
-10% auf deine erste Artprintbestellung gibts obendrauf!
Offenes Studio - 11.&12. Juli, Kunsthaus Horn